Ein Heiliger im täglichen Leben – 21.03.2018

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt,
nicht auf dem Weg der Sünder geht,
nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des HErrn,
über Seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.
Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist,
der zur rechtenZeit seine Frucht bringt
und dessen Blätter nicht welken.
Psalm 1, 1 – 3

Wie stellen wir uns einen Heiligen vor? Jesus stellte mir gestern diese Frage. Wir wollen kurz die Augen schließen und spontan aufzählen, wie so ein Heiliger für uns aussieht, oder wie wir als Heiliger sein möchten. Bitte, nicht mogeln! Dann ist die Spannung raus!
Ich denke, so wie ich mir spontan einen Heiligen vorstellte, so denken viele andere auch: Er sitzt über der Bibel und studiert sie stundenlang. Er betet ständig und fastet ab und an. Ist deshalb dünn wie ein Asket. Alles, was er sagt, ist vom Geist durchdrungen und voller Weisheit. Sünde und Genuß sind ihm fremd. Irgendwie wie Johannes der Täufer, als er abgeschieden in der Wüste lebte.
Diesem Ideal streben viele nach und sehen ihre tägliche Arbeit als Hindernis und Ärgernis, was sie von ihrer wirklichen geistlichen Berufung abhält. Wir haben diese Spannung zwischen dem täglichen Einerlei und Ärgerlichkeiten und dem Wunsch nach geistlicher Arbeit oder Abgeschiedenheit.
Als mir das klar wurde, wie ich so denke, kam der Gedanke: Wie ist es eigentlich in der Bibel und bei Jesus? Und ich erinnerte mich an die Großen im Glauben.
Jesus war etwa 30 Jahre alt, als Gottes Ruf Ihn traf. Vorher war er 15 – 20 Jahre lang im Betrieb Seines Vater Josef als Zimmermann tätig und lebte bei Seinen Eltern. Alle Jünger, die ER rief, waren arbeitende Männer; – Fischer, Zöllner usw. Mose war 40 Jahre in der Wüste zum Schafehüten. Paulus arbeitete auf seinen Missionsreisen immer als Zeltmacher, um sich seinen Lebensunterhalt selber zu verdienen und um niemandem zur Last zu fallen.
Im täglichen Leben schmiedet Gott unseren Charakter. ER läßt die ganzen kleinen, nervigen Schwierigkeiten und auch die großen Probleme zu, damit wir wachsen, charakterlich und glaubensmäßig. ER sieht genau, ob wir es im Alltag mit der Wahrheit ernst nehmen, ob wir geliehene Dinge zurückgeben und die Rechnungen bezahlen. ER sieht, ob wir fluchen, wenn etwas schief geht. ER sieht, was wir abends nach Feierabend treiben.
Erst wenn der Charakter ausgereift ist, kann der Ruf Gottes in Seinen Dienst kommen. Vorher ist alles Training. Und dann muß man immer noch aufpassen, ob man im Leben Jesus die Ehre gibt, oder sich selbst ….
Jesus baut mit arbeitenden Menschen aus dem alltäglichen Leben Seine Gemeinde. Praktische Menschen, in den täglichen Dingen erprobt, will ER als Zeugen. ER beglaubigt ihr Zeugnis.

Danke, Jesus! Du hast diesen täglichen Kleinkram ausgehalten, obwohl Du so eine hohe Berufung hattest. Hilf mir, mein täglichens Einerlei so zu schaffen, daß es Dir Ehre macht! Und gibt mir die Freude dazu! Ja, ich will Dich ehren mit meinem alltäglichen Leben.

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